«Meine Mutter sagte immer, ich habe [x] besser gekannt, als irgendjemand sonst auf der Welt.»
Shownotes
Unser Zufallssatz:
«Meine Mutter sagte immer, ich habe [x] besser gekannt, als irgendjemand sonst auf der Welt.»
Quintessenz der Diskussion von Lakritza aka Judith Niederberger
Bei unserem Zufallssatz aus einem uns zunächst nicht bekannten Buch handelt sich um den allerersten Satz im selbigen – und schon wird «über die Banden gespielt», will heissen: Ein Mensch wird ins Zentrum gestellt. Doch er ist nicht selbst aktiv, sondern es wird über ihn gesprochen. Und eigentlich nicht mal das. Es wird von einer Person (der Mutter) über eine andere Person (Ich-Person) gesagt, dass sie die besagte Person x am besten kennen soll. «Triangulierung» bezeichnet ein Gesprächsteilnehmer dieses verzwickte Konstrukt.
Wir nennen die uns nicht bekannte Person vorerst einmal «Klaus».
Das löst gleich Assoziationen aus an Klaus Mann. Nachdem er sich das Leben genommen hatte, könnte Erika Mann tatsächlich diesen Satz so niedergeschrieben haben.
Die Konstellation ist gar nicht weit weg von der tatsächlichen hier: Eine enge Geschwisterbeziehung wird durch den Tod des einen Geschwisterteils (Diana) getrennt. Der überlebende Geschwisterteil (Charles Spencer) verdichtet Jahrzehnte später seine Emotionen in einem Schwanengesang.
Bücher, die im ersten Satz schon einen Namen fallen lassen, seien mit Vorsicht zu geniessen, lautet die Empfehlung aus der Runde des 1SLC. Ein solcher Einstieg könnte mehr über eine erwünschte Wirkung als über die literarische Qualität eines Buches verraten. Muss aber nicht. Ausnahmen bestätigen die Regel. Buchrezensionen äussern sich durchaus positiv im vorliegenden Fall.
Wer sich sein eigenes Urteil fällen will, müsste über den ersten Satz hinaus bis zum Schluss lesen.
Grafik: Judith Niederberger aka Lakritza mithilfe von ChatGPT und Midjourney
Mitwirkende: Judith Niederberger aka Lakritza, Riccarda Mecklenburg, Maria-Anna Meissner, Kerstin Schneider, Ines Langs, Marcus Riedel, Rosemarie Burmeister, Kathrin Kolloch, Frank Plaschke, Rahman Jamal u.a.m.
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