«Wir kamen an einen schiefergrauen See, wo lag der?»

Shownotes

Unser Zufallssatz:

«Wir kamen an einen schiefergrauen See, wo lag der?»

Quintessenz der Diskussion
von Jeannette Häsler Daffré

Ist es ein Reisetagebuch oder stammt Satz aus einem Reiseführer? – Auf jeden Fall handelt es sich um ein Buch, bei dem die Oberschullehrerin empfiehlt, sich nicht nur mit dem Werk selber, sondern auch mit dem Autor und den Umständen, unter denen es zustande kam, zu beschäftigen.

Aber wieso dann die Frageform? Wie kann man beim Wandern so eine Frage stellen – ausser vielleicht, wenn die Eltern mit «Schulmeisterln» die lieben Kinder zum Mitlaufen motivieren möchten?

Es scheint eine rhetorische Frage zu sein und eher aus einem deutschen Buch – also durchaus etwas von Hesse, Dürrenmatt, Frisch, Tucholsky, Schiller, Lessing oder vom leider kurz vor seinem 90. Geburtstag verstorbenen Schweizer Autor Peter Bichsel.

Wie viele Grautöne gibt es überhaupt? 50? Oder die 11, die man für einen BMW-Oldtimer wählen kann, wo Schiefergrau als «slate gray» bezeichnet wird?

Die Farbe wirkt auf jeden Fall düster, wie auch dieser graue See. Vielleicht suchen Winnetou und Old Shatterhand den Schatz im Silbersee, der real in Kroatien liegt? Oder wir sind im Fahrrad unterwegs durchs Sauerland mit seinen Schieferhäusern. Schweizer Bergseen präsentieren sich je nach Wetter in dunklem Schiefergrau, vor allem auch im gefrorenen Zustand.

Aber wenn man Schiefer gar nicht kennt, kommt man bald ins Abseits und denkt an das Gegenteil von «gerader», die schiefe Ebene, oder schief, schiefer, am schiefersten ;-) und wenn dann der Schiefer als Bodenbelag liegt, liegt er ja gerade auf der Ebene. Dann sind da noch gerade Schieferdächer, und ein schiefer Turm von Pisa, und der gefrorene See, auf dem man „Schiefahrn“ oder nach der Schmelze wieder „Schifffahrn“ kann – aber bevor wir uns gänzlich in den Wortspielen verlieren, kommen wir zur Auflösung.

Der schiefergraue See liegt in den Pyrenäen und der Fotograf Hermann Dornhege folgt in seinem Reisefotobuch den Spuren von Tucholsky.

Bildbeschreibung
Grafik: Lakritza mithilfe von KI

Mitwirkende:
Jeannette Häsler, Judith Niederberger aka Lakritza, Riccarda Mecklenburg, Sebastian Graulich, Emanuel Zifreund, Frank Plaschke, Rahman Jamal, Julia Burgstaller aka Q, Simon Block u.a.m.

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